Wo wohnen Menschen mit ausgeprägter Suchterkrankung?

Wenn Betroffene von Drogenabhängigkeit ihre Wohnung verlieren, gehen Sie in der Regel, meist nur für kurze Zeit, zurück zu den Eltern oder zu alten (nicht süchtigen) Freunden. 

Kurze Zeit deshalb, weil die meisten in normalen Haushalten für die anderen Bewohner über kurz oder lang nicht tragbar sind.

Als nächstes wohnt man dann bei "Drogenkollegen" und hilft damit bewusst oder unbewusst mit, dass diese ihre Wohnung auch verlieren. 


Obdachlose Person mit vielen Tragtaschen


Als nächstes folgen dann soziale Einrichtungen und private Anbieter. Hier eine Auswahl:

Angebote des Vereins Jobdach

  • Notschlafstelle: kurzfristige Übernachtungsplätze für akut obdachlose Menschen. Nur nachts geöffnet. Begrenzt auf maximal 3 Monate, danach Zwangspause. Als Krisenintervention gedacht, für viele aber dauerhafte Notlösung.
  • 24h betreutes Wohnen: Für Menschen mit Suchterkrankung und/oder psychischer Beeinträchtigung. Sehr personalintensiv und entsprechend teuer. 
  • Nachtbetreutes Wohnen: Für Menschen mit Unterstützungsbedarf, aber einer gewissen Eigenständigkeit. Punktuelle Betreuung. Als Übergangslösung zum eigenen Wohnraum gedacht. In der Praxis bleibt es für viele Menschen mit schwerer Suchterkrankung die höchstmögliche dauerhaft erreichbare Wohnform in Luzern.

Pension Zihlmatt: Das Wohnangebot des Vereins "Die Pension". Nimmt keine Drogenbetroffen mehr auf.

Männheim Volta: Nimmt keine Drogenbetroffen mehr auf.

Thomys Zimmer Emmenbrücke: Privater Anbieter. Zimmer mit Etagenbad / WC.

Haus Urania am Löwenplatz: Privater Anbieter. Zimmer mit Etagenbad / WC.

Die GSW - Gemeinnützige Stiftung für preisgünstigen Wohnraum Luzern
Die GSW ist ein Stern am sonst düsteren Wohnraum Himmel von Luzern. Ohne GSW wäre ein Teil des Jobdach Angebots gar nicht denkbar. Die GSW besitzt nämlich das Haus am Neuweg 3 (Notschlafstelle, betreutes Wohnen) und einige weitere Häuser in Luzern. Die GSW vermietet ihre Wohnungen zu fairen Preisen, einen Teil davon auch direkt oder indirekt an Drogenbetroffene. 

Ein durchschnittlicher, 40-Jähriger Drogenkonsument in Luzern kennt jedes obgenannte Angebot und war in fast jedem schon Mieter oder Klient.
Trotz der Bemühungen hat es einfach zuwenig Plätze und viele fallen durch das Netz, weiter nach unten und leben auf der Strasse





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